"Ehre ist das wichtigste. Einwandererkinder zwischen Familie, Schule und Religion". Im Gespräch wird deutlich, dass der Begriff Ehre in verschiedenen kulturellen Kontexten komplexe Bedeutungen trägt, in der Jugendarbeit jedoch häufig auf eine enge und problematische Dimension reduziert wird – die Kontrolle der Sexualmoral der Frau. Der Sprecher macht klar, dass Ehre im ursprünglichen Sinn viel mehr umfasst: Sie bedeutet, anständig zu handeln, nicht zu lügen, nicht zu stehlen, andere nicht schlechtzumachen und in der Öffentlichkeit ein respektvolles Verhalten zu zeigen (sheref). Darüber hinaus beinhaltet Ehre die Verantwortung des Mannes, seine Familie – insbesondere Kinder und Frauen – zu schützen (namus). Auch Respekt gegenüber Älteren, Lehrkräften oder religiösen Autoritäten gehört dazu, ebenso wie eine individuelle, abstraktere Dimension (würde, onur), die mit Selbstachtung und moralischer Integrität verbunden ist.